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Orthocentrum Saale

Eine schnelle Bewegung beim Sport oder im Alltag – und ein stechender Schmerz im Knie sind Beschwerden, die der Betroffene in Bad Neustadt oder Bad Kissingen verspürt. Manchmal als ob die Kniescheibe “herausspringt.“

Syntome/Beschwerden:

  • Starke Verschiebbarkeit der Kniescheibe nach außen
  • Schmerzen im Kniebereich (innen und außen)
  • Knochen- und Knorpelschäden im Knie
  • Druckschmerzhaftigkeit Kniegelenkerguss
  • Flüssigkeitsansammlung, Schwellung
  • Blutansammlung im Kniegelenk (oft bei Erstluxation)
  • Riss des Bandapparates der Kniescheibe (“mediales Retinaculum”)
  • Gefühl das die Kniescheibe nicht mehr stabil oder geführt wird
  • Vermeidung von Drehbewegungen im Knie, z.B. beim Sport oder Tanzen, während Radfahren von den Betroffenen beliebt wird

Akute Patella Luxation:

Durch einen Unfall oder durch eine Verdrehbewegung des Knies kommt es zum Herausspringen der Kniescheibe

Ursache:

Es gibt drei wichtige Strukturen für die Stabilität der Kniescheibe (Patella):

  1. Faktor: knöcherne Gleitrinne der Patella
  2. Faktor: Bandapparat der Patella
  3. Faktor: Beinachse und Rotation des Oberschenkels/Unterschenkels
Faktor 1: Trochlea/ Knöcherne Gleitrinne

Struktur1:
Die Kniescheibe wird vor allem ab einer Beugung von 30° im Knie vom knöchernen Gleitrinne, wie ein Zug auf seiner Schiene geführt.
Bei einer genetischen Fehlbildung (Dysplasie), also schon von Geburt an, der Kniescheibe oder des Gleitlagers ist diese Passform nicht mehr gegeben, die Kniescheibe wird nicht sicher knöchern geführt. Die Kniescheibe und die Gleitrinne passen nicht zu einander. Die Gleitrinne ist abgeflacht oder wie ein Buckel (Konvex) geformt.
Die Dysplasie wird nach Dejour eingeteilt:

Faktor 2: Kniescheiben-Hochstand:

Normalerweise wird die Kniescheibe (Patella) ab eine Kniebeugung zwischen 20-30 Grad durch seine Gleitrinne (Trochlea) geführt. Bei einem Hochstand der Kniescheibe steht diese im Verhältnis zu seiner Gleitrinne zu hoch, d.h. erst bei einem größeren Beugewinkel >30 des Oberschenkels zum Unterschenkel wird die Patella durch die Trochlea knöchern geführt. Zwischen 0 und 30 wird dann die Kniescheibe nur durch Weichteile den Bändern in ihrer Position gehalten, während sie den nach außen (lateral) gerichteten Kräften des Oberschenkelmuskels Quadriceps ausgesetzt ist. Ursache ist meistens eine überlange Patellarsehne.
Bestimmung am Röntgenbild oder MRT:
Insall-Salvati Ratio oder Index
Caton-Deschamps Index
Blackburne-Peel-Index
Patellofemoraler Coverage Index


Faktor3: Bandapparat der Kniescheibe, Patellarsehne,MPFL

Verschiedene Bänder stabilisieren die Kniescheibe in ihrer Position. Die wichtigsten sind das der Kniescheibenband, der äußere(laterale) Kniescheibenbandapparat und der innere (mediale), das MPFL (mediales patellofemorales Ligament).
Das Kniescheibenband verbindet die Kniescheibe mit dem Unterschenkel. Beim Anspannen des Quadricepsmuskels überträgt die Kniescheibe über das Kniescheibenband die Kraft auf den Unterschenkel und es kommt zur Kniestreckung = Unterschenkel nach vorne. Wenn dieses Band zu lang ist (genannt Patella alta), fährt die Kniescheibe zu spät in ihr knöchernes Lager ein und wird am Anfang des Beugevorgangs nicht richtig stabilisiert. Dabei kann es zum Herausrutschen (Luxation) kommen.
Das MPFL ist das wichtigste Band für die Stabilisation der Kniescheibe. Es verbindet die Kniescheibe mit dem Oberschenkelknochen auf der Innenseite. Vor allem in strecknahen Positionen übernimmt es bis zu 60 % der Stabilität der Patella und verhindert so ein Abgleiten der Kniescheibe nach außen, bevor die Kniescheibe in die knöcherne Rinne geführt wird. Wenn dieses Band durch einen Unfall oder bei einer „falschen“ Bewegung zerrissen wird, fehlt diese Führung und kommt es zu einer Instabilität der Kniescheibe. Dies bedeutet für den Betroffenen eventuell anfangs Schmerzen bei Bewegung, später vielleicht nur ein leichtes Instabilitätsgefühl, verbunden mit der Furcht, dass die Patella erneut rausspringen könnte. Es genügt dann manchmal nur eine geringe Verdrehung des Knies zum Körperschwerpunkt und die Kniescheibe springt erneut aus ihrer Gleitrinne.

Struktur3: Beinachse und Rotation des Oberschenkels/Unterschenkels
Der Winkel zwischen Oberschenkel und Unterschenkel bestimmt die Beinachse ( X- oder O-Beinfehlstellung von vorne gesehen). Für die Stabilität der Kniescheibe ist aufgrund der nach außen gerichteten Muskelkraft durch den kräftigen Oberschenkelmuskel eine X-Beinfehlstellung besonders ungünstig. Somit ist der Patient mit starken X-Beinen per se schon gefährdet eine Kniescheibenverrenkung zu erleiden.
Unter Rotation des Oberschenkels/Unterschenkels wird eine Drehung des Knochens in sich verstanden. Wenn der Oberschenkel nach innen verdreht ist, hat das ähnlich der X-Beinfehlstellung eine besonders ungünstige Auswirkung auf die Stabilität der Kniescheibe in ihrem Gleitlager. Der Oberschenkelmuskel zieht die Kniescheibe nach außen, das Gleitlagerrinne führ sie aber innen. Somit kommt es zur Instabilität und Gefahr des Herausspringens. Wenn der Unterschenkel aussenrotiert ist, kann die zu weit außen aufgehängte Kniescheibe durch eine Außenrotation zu den gleichen ungünstigen Kräften führen wie die Innendrehung des Oberschenkels.
Häufig besteht eine ungünstige Kombination der drei Strukturen. Und erfordert eine genaue Analyse der wesentlichen Struktur.

Krankengeschichte:

  • Aktuter Unfall mit Krankenhaus Aufenthalt
  • Beschwerden um die Kniescheibe, wiederkehrende Schwellungen und Ergüsse des Knies, Bewegnungseinschränkungen
  • Patellar-Instability-Severity-Score

Untersuchung:

Körperliche Untersuchungen (Druckschmerz, Patella Verschieblichkeit, Provokations-Test /Apprehentions-Test), die wir im Orthocentrum Saale in Bad Kissingen und Bad Neustadt durchführen

Bildgebung:

  • Röntgen (Knie von Vorne oder Hinten, von der Seite, sogenannte Patella-Aufnahme, Bein-Achsen-Aufnahmen)
  • MRT
  • CT

Therapie:

Die Therapie erfolgt entsprechend der Leitlinien und der Begleitverletzungen.

Konservative Therapie

akut mit der Einrichtung, Schmerztherapie, Eis, Ruhigstellung, Patella stabilisierende Orthesen oder Tape Verband, Krankengymnastik, Eigenübungen, Vermeidung von auslösenden Bewegungen.

Operative Therapie

nach Analyse der patienten-ursächlichen Pathologien:

  • Arthroskopie (Herausspülung des Blutergusses, Begutachtung der Begleitverletzungen, arthroskopische Naht des Bandapparates
  • MPFL-Plastik (Zügelungsplastik) : Isometrische Verbindung der Kniescheibe im anatomischen Verlauf des medialen Patello-Femoralen Ligaments mit dem Oberschenkel durch eine Sehne
  • Trochlea-Plastik: Neuformung der Kniescheibengleitrinne
  • Distalisierende Osteotomie der Tuberositas Tibia (Versatz des Bandansatzes des Kniescheibenbandes)
  • Korrektur der Beinachse und des Drehfehlers von Oberschenkel und /oder Unterschenkels
  • Kombination aus mehreren Verfahren abhängig von der ursächlichen Pathologie

Bei einer Fehlbildung (Dysplasie) der Kniescheibe oder des Gleitlagers ist diese Passform nicht mehr gegeben, die Kniescheibe wird nicht sicher geführt

 

 

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